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No Man is an Island
Nancy Jesse
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»No Man is an Island«

No Man Is an Island
(1624)
John Donne

No man is an island,
Entire of itself.
Each is a piece of the continent,
A part of the main.
If a clod be washed away by the sea,
Europe is the less.
As well as if a promontory were.
As well as if a manner of thine own
Or of thine friend's were.
Each man's death diminishes me,
For I am involved in mankind.
Therefore, send not to know
For whom the bell tolls,
It tolls for thee.


Dieses Gedicht aus dem 17. Jahrhundert von John Donne ist heute noch so aktuell, vielleicht sogar aktueller, als damals. Es geht um die Verbundenheit miteinander, die Beziehungen zwischen uns und der Welt.Wir leben in einer Zeit, in der der Klimawandel eine der größten Bedrohungen der Menschheit darstellt. Wir wissen jetzt, wie sehr wir miteinander verwoben sind - und wie sehr unser Handeln gemeinschaftlich gesehen werden muss. Und nicht zu vergessen, die Erfindung des Internets, welches die Welt gleichzeitig kleiner und größer gemacht hat. »Each man's death diminishes me, For I am involved in mankind.« Ein 400-Jahre alter Satz aus John Donnes Gedicht, der nicht gealtert ist. Auch wenn wir auf die kleinste, abgelegenste Insel fliehen, wir werden der Welt nicht entfliehen können.

Nancy Jesse war schon immer von Inseln fasziniert, gerade von Inseln, die eher im raueren Klima des Nordens angesiedelt sind. Vor einiger Zeit stieß sie so auf die Insel Eigg, eine kleine herzförmige Insel im Westen von Schottland. Vor 25 Jahren wurde die Insel von ihren Bewohnern gekauft und seitdem leben sie dort genossenschaftlich organisiert. Sogar ein eigenes, vom schottischen Stromnetz unabhängiges Kraftwerk haben sie gebaut und betreuen es selbst. Es klingt wie ein Märchen, ein wahr gewordenes Utopia. Aber kann es so einen Ort überhaupt noch geben?

Wie nah oder fern fühlt man sich einer Welt, die zum Beispiel einen Klimawandel oder politische Krisen verursacht, die den eigenen Lebensraum bedrohen. Die Sicherheit von Utopia hängt nicht nur von den Utopiern ab, sondern von der Außenwelt.

Denn: »Each is a piece of the continent, A part of the main.«
Nancy Jesse ist Porträt- und Dokumentarfotografin und lebt in Berlin. Sie arbeitet sowohl an persönlichen Projekten als auch an Auftragsarbeiten.

Sie wurde noch vor dem Fall der Mauer in einem kleinen Dorf im Osten Deutschlands geboren. Ihre Biographie spiegelt die Turbulenzen der deutschen Wiedervereinigung wider. Auch heute noch interessiert sie sich für dieses Thema und die Themen Identität (Verlust, Wiederentdeckung), Zugehörigkeit und kollektive kulturelle Erinnerungen sind Teil ihrer fotografischen Erkundungen.

Nancy Jesse studierte in der Abschlussklasse von Sibylle Fendt an der Ostkreuzschule in Berlin und machte im September 2023 ihren Abschluss.